wait...

Beginn, Häufigkeit & Merkmale

Soziale Phobien beginnen meist in Kindheit und Pubertät. In bestimmtem Rahmen gelten sie noch als normal. Die Diagnose sollte erst gestellt werden, wenn ungewöhnlich starke Ängste zu einem verhängnisvollen Vermeidungsverhalten in entsprechenden Situationen führen.

 

Nach Schätzungen leiden zwischen zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten.

 

Exakte Angaben sind schwierig, da sich soziale Phobien in ihrem Schweregrad stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist.

 

Soziale Angst darf zudem nicht mit sozialen Defiziten verwechselt werden, obwohl die soziale Phobie aus sozialen Defiziten entstehen kann (oder auch erst zu diesen führen kann).

 

Über die gesamte Lebenszeit waren laut US-amerikanischen Studien 11 Prozent der Männer und etwa 15 Prozent der Frauen von einer sozialen Phobie betroffen.

Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten.

 

Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich, wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zu Menschen eines begehrten Geschlechts) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, den Kollegen, den Nachbarn und selbst mit Nahestehenden zu führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik: panikattacken.eu

 

 

das Reden vor vielen oder fremden Menschen bereit den Sozialphobikern große Probleme

Die Störung zeichnet sich demnach durch folgende Merkmale aus:

 

  • Diese Störungen zentrieren sich um die Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere
  • Menschen in verhältnismäßig kleinen Gruppen (nicht dagegen in Menschenmengen).
  • Die Angst ist auf bestimmte soziale Situationen beschränkt oder überwiegt in
  • solchen Situationen.
  • Die phobischen Situationen werden vermieden.
  • Der Beginn liegt häufig im Jugendalter.
Sozialphobiker haben Furcht vor prüfender Begutachtung

Grafik: de.dreamstime.com

Grafik: sandrakelly.me

Leitsymptome sind:

 

  • Zentral ist die Furcht vor prüfender Betrachtung in überschaubaren Gruppen.
  • Die Angst kann sich auf bestimmte Situationen wie Essen oder Sprechen in der
  • Öffentlichkeit oder Treffen mit Menschen eines begehrten Geschlechts beschränken;
  • sie kann aber auch unbestimmt sein und in fast allen sozialen Situationen außerhalb
  • der Familie auftreten.
  • Häufig bestehen niedriges Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik.
  • Als Begleitphänomene können Erröten, Vermeiden von Blickkontakt, Schwitzen, Zittern,
  • Herzrasen, Durchfall, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen auftreten.
  • Die Symptomatik kann sich bis zu Panikattacken verstärken.
  • Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten kann zu vollständiger sozialer Isolation führen.